Was passiert mit dem Abfall?

TerraCycle unterscheidet sich von traditionellen kommunalen Recyclern, da wir uns auf eine Vielzahl von Abfallströmen konzentrieren, die normalerweise nicht lokal recycelt werden können.

Unser Prozess beginnt mit unserem R&D-Team (R&D von engl. Research & Development, dt. Forschung & Entwicklung) bestehend aus hauseigenen Wissenschaftlern und Materialanwendungsspezialisten, die in unseren verschiedenen Niederlassungen und in Zusammenarbeit mit führenden Universitäten arbeiten, um Materialien zu analysieren und den optimalen Weg für die Verarbeitung zu neuen Materialien zu ermitteln. Dazu gehört unter anderem, wie der Abfall getrennt, in seine Bestandteile zerlegt und dann für neue Anwendungen recycelt werden kann.

Sobald die R&D-Phase abgeschlossen ist und ein Recyclingprogramm in Betrieb ist, baut unser Materialteam eine aktive Lieferkette für Sammlung, Sortierung, Recycling und Endmärkte auf. Um Verpackungsinnovationen und dem Technologiewandel immer einen Schritt voraus zu sein, nutzen wir ein breites Netzwerk an Logistik-, Sortier- und Verarbeitungskapazitäten von Drittanbietern, um unsere Lösungen erfolgreich umzusetzen.

R&D UND REGULATORISCHE ÜBERPRÜFUNG

TerraCycle führt umfangreiche Grundlagenentwicklungen durch, um die Materialien zu bewerten, die wir annehmen und recyceln wollen:

  • Regulatorisch: Wir überprüfen die lokalen, regionalen und nationalen Vorschriften, um zu bestätigen, dass jeder Artikel in der Liste der akzeptierten Abfälle in jedem Markt sicher gesammelt, transportiert und/oder gelagert werden kann.
  • Technische Recyclingfähigkeit: Wir beurteilen die Materialzusammensetzung des angenommenen Abfalls, um zu bestimmen, wie das Material sortiert, verarbeitet und in einen verwendbaren Rohstoff für die Herstellung recycelter Produkte umgewandelt werden muss.
  • Praktische Recyclingfähigkeit: Wir stützen uns auf individuelle reale Faktoren (z. B. Verschmutzungsgrad oder Einschränkungen bei Anbietern und Ausrüstungen), um sicherzustellen, dass wir eine tragfähige Lieferkette für das Recycling haben.

Der globale R&D-Hauptsitz von TerraCycle befindet sich im EcoComplex der Rutgers University, einem Forschungszentrum für die Bereiche Umwelt und erneuerbare Energien.

ANNAHME UND ABFERTIGUNG

Die angelieferten Abfälle werden an eines unserer lokalen TerraCycle Recyclingvorbereitungszentren (MRF) geschickt, die sich im selben Land befinden, aus dem der Abfall stammt. Derzeit ist TerraCycle in 21 Ländern tätig und verfügt weltweit über mehr als 35 Recyclingvorbereitungszentren (MRFs). Sobald eine Abfallsendung in einem unserer MRFs eintrifft, scannen wir sie ein, um die Lieferinformationen, das Datum, das Gewicht und das enthaltene Material zu erfassen.

TerraCycle Recyclingvorbereitungszentren sind spezialisierte Anlagen, die Abfälle annehmen, Daten aufzeichnen, Mischmaterialien gegebenenfalls manuell trennen und Materialien für das Recycling zusammenstellen.

SORTIERUNG UND AGGREGATION

Mithilfe einer Reihe von Techniken sortieren wir Materialien nach ihren Eigenschaften und ihrer Zusammensetzung. Ähnliche Materialien werden dann zusammengefasst, um Mindestmengen für die weitere Verarbeitung zu erreichen.

Wir setzen eine Vielzahl von Sortiertechnologien ein, um das Material für die richtige Verarbeitung und Handhabung weiterzuleiten. Hierzu gehören unter anderem die manuelle Sortierung, Größentrennung, Sink-/Schwimmverfahren, optische Verfahren, Luftdichteverfahren, Schwerkraftverfahren und magnetische Verfahren.

TDie Verbrennung (oder jede andere Form der Umwandlung von Abfall in Energie) wird vermieden und niemals als endgültige Entsorgungslösung für etwas verwendet, für das wir garantieren, dass es recycelt werden kann; alle akzeptierten Abfälle sind auf unseren Programmseiten aufgeführt. Wir nutzen Müll zur Energiegewinnung (Waste-to-Energy) nur für einen geringen Prozentsatz an Materialien, die wir erhalten. Diese entsprechen entweder nicht den Vorschriften (d. h. Materialien, die nicht für das Programm vorgesehen sind) oder deren Aufbereitung ist gesetzlich vorgeschrieben (z. B. medizinische Abfälle). Wir bemühen uns nach Kräften, nicht konforme Materialien zu recyceln, wenn diese in anderen Programmen angenommen werden könnten.

Diese Bilder, die in einem der Recyclingvorbereitungszentren von TerraCycle aufgenommen wurden, zeigen, wie Mitarbeiter die neu sortierten Materialien in ein Schüttgutformat konsolidieren, um sie für die weitere Verarbeitung vorzubereiten.

REINIGUNG UND VERARBEITUNG

Nach der Sortierung in die jeweiligen Kategorien werden die verschiedenen Materialtypen gereinigt und dann an externe Partner weitergeleitet, die die Materialien zu verwertbaren Formen verarbeiten.

Metalle und Aluminium werden beispielsweise geschreddert und zu Blechen, Barren oder Stangenmaterial geschmolzen. Glas wird zerkleinert und geschmolzen, um in neuen Glasflaschen (falls klar) oder in Ziegeln, Zement oder Beton (falls farbig) verwendet zu werden. Gummi wird im Allgemeinen durch Kryomahlen tiefgefroren und dann zu Pulver für Bodenbeläge verarbeitet. Organische Stoffe werden kompostiert oder in industriellen und kommerziellen Düngemitteln verwendet.

Kunststoffe sind die größte Materialkategorie, die wir im Rahmen unserer Programme sammeln. Diese Materialien werden zerkleinert (durch Schreddern oder Mahlen), dann geschmolzen und in Pellets, Flocken oder Pulver umformatiert.

Jede Etappe auf dem Weg der Materialien durch den Recyclingprozess wird von uns streng kontrolliert, um eine Recycling-Kontrollkette aufrechtzuerhalten. So können wir nachvollziehen und bestätigen, wohin die Materialien geschickt wurden und warum.

Mitarbeiter von TerraCycle bereiten Materialien für das Recycling vor. TerraCycle arbeitet mit einem Netzwerk von Drittanbietern zusammen (die von unserem Materialteam vorqualifiziert und geschult sind), um sicherzustellen, dass alle Abfälle verarbeitet werden.

RECYCELTE PRODUKTE

Nachdem der Abfall zu einem Rohstoff recycelt wurde, wird er an Produktionsunternehmen verkauft, die das Endprodukt herstellen und den Recyclingprozess abschließen. Zu diesen Endprodukten gehören beispielsweise Gartenmöbel und Terrassenbeläge, Versandpaletten aus Kunststoff, Gießkannen, Lagerbehälter und -tonnen, Rohre für Bauanwendungen, Bodenfliesen, Spielplatzbeläge, Sportplätze und vieles mehr.

Bänke, Spielplätze und Gartenbeete sind nur einige der vielen Endprodukte, die aus den durch unsere Programme gesammelten recycelten Materialien hergestellt werden können.

Unsere Standpunkte zu Abfalllösungen

Verwendet TerraCycle mechanisches oder chemisches Recycling?

TerraCycle verwendet generell Lösungen, die nicht nur die technische Recyclingfähigkeit, sondern auch die praktische Recyclingfähigkeit garantieren. Technische Recyclingfähigkeit ist die Fähigkeit, Material in eine neue nutzbare Form zu bringen, oft im Labor oder einer Versuchsanordnung. Sie berücksichtigt nicht die Wirtschaftlichkeit, ist aber eine Voraussetzung für die praktische Recyclingfähigkeit. Die praktische Recyclingfähigkeit einer bestimmten Abfallart ist dann gegeben, wenn eine abfallwirtschaftliche Lieferkette sie gewinnbringend verwerten kann.

Recycler sind in der Regel gewinnorientierte Unternehmen und konzentrieren sich daher auf das Recycling von Abfällen, mit denen sie einen Gewinn erzielen können. Bei den meisten Produkten und Verpackungen sind die Kosten für deren Sammlung und Verarbeitung in der Regel höher als der Wert des resultierenden Materials - obwohl sie also technisch recycelbar sind, werden sie heute praktisch nicht in großem Umfang recycelt. Aus diesem Grund hat TerraCycle einen alternativen Ansatz zur Lösung der Abfallproblematik entwickelt.

Beim mechanischen Recycling werden entsorgte Artikel zurückgewonnen und in nutzbare Materialien umgewandelt, indem ihre Zusammensetzung aufgespalten und in etwas Neues umgewandelt wird. Auf diese Weise wird der Großteil des durch TerraCycle gesammelten Abfalls verarbeitet. Derzeit ist diese Methode der optimale Weg, um praktisches Recycling im großen Maßstab zu gewährleisten.

Chemisches Recycling ist ein Oberbegriff für verschiedene Prozesse, die Kunststoffe chemisch verändern, um sie für die Verarbeitung vorzubereiten, entweder durch Wärmeanwendung, Sauerstoffabbau, Auflösung (Solvolyse) oder andere Methoden. TerraCycle setzt heute chemische Recyclinglösungen in ausgewählten Anwendungen ein, und wir haben erhebliche Investitionen in weitere Forschung und Entwicklung getätigt, um zusätzliche chemische Recyclinglösungen zu prüfen. Von chemischen Recycling-Methoden, die Kunststoff in Kraftstoff oder Energie umwandeln, nehmen wir dabei stets Abstand.

Unsere Sichtweise zur Lösung der Abfallkrise

In einer idealen Welt würde es TerraCycle nicht geben. Unsere Programme sind eine Antwort auf das Umweltproblem des Mülls, das seit den 1950er Jahren immer größer wird.

Wir arbeiten mit unseren Partnern zusammen, um Produkte und Verpackungen zu recyceln, recycelte Materialien in Produkte und Verpackungen zu integrieren, Produkte so zu gestalten, dass sie recycelt werden können, und Wiederverwendungsoptionen durch Loop zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, TerraCycle Recyclingprogramme komplett überflüssig zu machen, indem wir Unternehmen dabei helfen, ihre Produkte und Verpackungen wiederverwendbar oder lokal recycelbar anzubieten.

Unser Ansatz beginnt in der Regel mit linearen Produkten (Produkte, die am Ende ihrer Nutzungsdauer entsorgt werden und für die es keine lokalen Recyclingoptionen gibt) und damit, eine Möglichkeit zu schaffen, sie zu sammeln und zu recyceln. Traditionell können nicht recycelbare Produkte nicht auf lokaler Ebene recycelt werden, da sie in der Regel mehr Kosten für die Sammlung und Verarbeitung verursachen, als die daraus resultierenden recycelten Materialien für die Recyclingunternehmen wert sind. Um dieses Ungleichgewicht zu beseitigen, gehen wir Partnerschaften mit verschiedenen Interessengruppen ein, z. B. mit Herstellern, Einzelhändlern, Gemeinden und Privatpersonen, um die Kosten für die Sammlung und Verarbeitung dieser Abfälle abzüglich des Wertes der recycelten Materialien zu decken. Wir betrachten dies als „freiwillige erweiterte Herstellerverantwortung“. Von diesem Standpunkt aus arbeiten wir mit unseren Partnern zusammen, um sie dabei zu unterstützen, die lokale Recyclingfähigkeit zu berücksichtigen, recycelte Inhalte in ihre Produkte zu integrieren und schließlich durch Wiederverwendung und Reduzierung zu mehr Kreislauflösungen überzugehen.

Es gibt kein Patentrezept zur Lösung der Abfallkrise, außer weniger zu konsumieren. Viele Interessengruppen müssen zusammenarbeiten, um sinnvolle und praktische Lösungen zu finden. In diesem Bestreben sitzen wir im Vorstand des Product Stewardship Institute (PSI), nehmen an Ausschüssen zur Kreislaufwirtschaft des Weltwirtschaftsforums und der Ellen MacArthur Foundation teil, deren Vorsitz wir innehaben, und unterstützen lokale, nationale und globale Organisationen bei Themen wie der Entwicklung einer erweiterten Herstellerverantwortung. Wir sind Mitglied des US-amerikanischen, britischen, kanadischen und ANZ-Plastikpakts sowie beratendes Vorstandsmitglied für Sustainability in Packaging und das Ocean Plastics Leadership Network.

Auch wenn auf diesen hohen Ebenen Fortschritte erzielt werden, gibt es immer noch viel, was jeder von uns täglich tun kann. Bevor Sie etwas Neues kaufen, überlegen Sie, ob Sie nicht stattdessen etwas wiederverwenden oder umfunktionieren können. Versuchen Sie, Unternehmen zu unterstützen, die die Kreislaufwirtschaft fördern: zum Beispiel Marken, die nachhaltige Lösungen für ihre Produkte oder Verpackungen anbieten. Je mehr wir Müll als Ressource betrachten, desto näher kommen wir dem Ziel, die Idee des Mülls abzuschaffen®.